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Angebliche Produktionsverlagerung: Opel Corsa weg aus Eisenach?

Opel-Werk in Eisenach: Angeblich prüft der Autobauer, die Produktion des Corsa komplett nach Spanien zu verlagern.

Opel-Werk in Eisenach: Angeblich prüft der Autobauer, die Produktion des Corsa komplett nach Spanien zu verlagern.(Foto: picture alliance / dpa)

Samstag, 19. Mai 20122012-05-19 13:02:03


Es wäre ein weiterer Schock für die Opel-Arbeiter in Deutschland: Das Stammwerk in Rüsselsheim hat bereits die Produktion des Astra verloren, nun erwägt Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke laut einem Medienbericht angeblich, auch den Corsa nicht mehr in Eisenach zu produzieren. Der Betriebsrat widerspricht der Darstellung.

Den deutschen Mitarbeitern
des Autoherstellers Opel könnte einem Pressebericht zufolge eine weitere Produktionsverlagerung
ins Ausland drohen. Wie das Nachrichtenmagazin “Focus” vorab berichtete,
lässt Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke intern prüfen, ob er die Fertigung des Kleinwagens
Corsa zum Modellwechsel nach dem Jahr 2014 aus dem thüringischen Eisenach abzieht.
Erst am Donnerstag hatte Opel bestätigt, das Erfolgsmodell Astra ab 2015 nicht mehr
in Rüsselsheim zu bauen, sondern nur noch im britischen Ellesmere Port und im polnischen
Gliwice (Gleiwitz). Rüsselsheim solle aber als modernstes Opel/Vauxhall-Werk in
Europa weiterhin voll genutzt werden.

Sollte die Corsa-Produktion
aus Eisenach abgezogen werden, könnte laut “Focus” das Werk im spanischen
Saragossa davon profitieren. Dort liefen 2011 neben dem Minivan Meriva und dem Kleintransporter
Combo auch etwa 216.000 Corsa vom Band. Wegen der schwachen Nachfrage nach Opel-Modellen
sei das spanische Werk nur zu 59 Prozent ausgelastet. Nach dem britischen Ellesmere
Port sei Saragossa das am schlechtesten beschäftigte Pkw-Werk. Ein Opel-Sprecher
sagte dem Magazin, “die Frage nach dem künftigen Corsa-Werk” stehe “nicht
an, weil sich das Auto mitten in seinem Lebenszyklus befindet”.

Betriebsrat widerspricht

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Auch der Betriebsrat widerspricht der Darstellung, Opel prüfe intern eine komplette Verlagerung der
Corsa-Produktion nach Spanien. “Es gibt einen Vertrag, der die Produktion des Kleinwagens Corsa auch
nach dem Modellwechsel im Thüringer Werk sichert”, sagte der Eisenacher
Betriebsratsvorsitzende Harald Lieske. Zum
Modellwechsel in zwei Jahren würde die Produktion im spanischen Saragossa zwar
aufgestockt, das Thüringer Werk werde jedoch noch 28 Prozent aller Corsa
produzieren, so Lieske. “Den Vertrag haben Opel, General Motors, die
Gewerkschaften sowie die Beschäftigten beider Werke unterschrieben”, sagte
Lieske. “Und Verträge werden eingehalten.”

Ein Opel-Sprecher war am Samstag zunächst nicht zu
erreichen. Im nicht voll ausgelasteten Eisenacher Werk sind derzeit rund 1600
Opel-Mitarbeiter beschäftigt. Ab Januar 2013 soll hier neben dem Corsa auch der
neue Stadtflitzer Adam vom Band laufen. Derzeit laufen 30 Prozent aller Corsa
in Eisenach vom Band, die anderen in Saragossa.

Quelle: n-tv.de

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Bypass für Berliner Großflughafen: Leipzig bietet Entlastung an

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (links) und Brandenburgs Ministerpräsident Mathias Platzeck müssen für die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens die Verantwortung tragen.

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (links) und Brandenburgs Ministerpräsident Mathias Platzeck müssen für die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens die Verantwortung tragen.(Foto: picture alliance / dpa)

Samstag, 19. Mai 20122012-05-19 14:12:52


In Berlin rangeln die Airlines nach der verschobenen Eröffnung des Großflughafens Berlin-Brandenburg um die Landebahnen, der Flughafen Tegel platzt aus allen Nähten. Rettung könnte aus Mitteldeutschland kommen: Der Flughafen Leipzig/Halle will der Hauptstadt Hilfe leisten.

Nach der um neun Monate verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg bietet sich der Airport Leipzig/Halle zur Entlastung an. “Wir haben bereits in ersten Vorgesprächen Fluglinien und Reiseveranstalter über diese Option eines Bypasses informiert”, sagte der Chef der Mitteldeutschen Airport Holding, Markus Kopp, der “Wirtschaftswoche”. Konkret bringt sich Leipzig/Halle als Ausweich-Airport für Berlin-Tegel ins Spiel. Viele Airlines hatten zeitgleich mit der eigentlich für Juni geplanten Eröffnung des Großflughafens einen deutlich erweiterten Flugbetrieb ins Auge gefasst. Diese zusätzlichen Flüge müssen nun aber bis März an den alten Airports Tegel und Schönefeld abgefertigt werden, die dadurch an ihre Kapazitätsgrenze stoßen.

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Tegel sei derzeit schon überlastet, müsse wegen der verschobenen Eröffnung des neuen Flughafens aber zusätzliche Flüge aufnehmen, sagte Kopp. Allein Air Berlin und Lufthansa wollten von Juni an pro Woche rund 200 zusätzliche Flüge in Berlin-Tegel landen und starten lassen, berichtet die “Wirtschaftswoche”. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn habe bereits erklärt, in Tegel sei das neue erweiterte Flugprogramm mit Langstreckenzielen, die auch über den Winter angesteuert werden sollen, kaum zu realisieren.

Der Eröffnungstermin des neuen Flughafens Berlin Brandenburg war am Donnerstag um gut neun Monate auf den 17. März 2013 verschoben worden. Erst wenige Tage zuvor war die Inbetriebnahme zum 3. Juni abgesagt worden. Als Begründung wurde die noch nicht funktionstüchtige Brandschutzanlage genannt. Die Betreibergesellschaft beurlaubte Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen und entzog dem Architekten-Konsortium PGBBI die Generalplanung.

Quelle: n-tv.de

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Milliardenverlust mit Derivate-Zockerei: JP Morgan bekommt neuen Ärger

Wegen Milliardenverlusten bei umstrittenen Absicherungsgeschäften muss sich JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Dienstag vor dem US-Senat verantworten.

Wegen Milliardenverlusten bei umstrittenen Absicherungsgeschäften muss sich JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Dienstag vor dem US-Senat verantworten. (Foto: picture alliance / dpa)

Samstag, 19. Mai 20122012-05-19 11:20:24


Nach Börsenaufsicht SEC und Bundespolizei FBI will sich nun eine dritte US-Behörde den Finanzriesen JP Morgan wegen der verlustreichen Spekulationsgeschäfte vorknöpfen: Die Derivateaufsicht CFTC will die Zockereien genauer unter die Lupe nehmen. Bankchef Dimon gerät weiter unter Druck: Am Dienstag muss er vor dem US-Senat Rede und Antwort stehen.


JP Morgan Chase 25,99


Im Spekulationsskandal um die US-Großbank JP Morgan Chase hat einem Medienbericht noch eine dritte Behörde Ermittlungen aufgenommen. Neben der Börsenaufsicht SEC und der US-Bundespolizei FBI leitete nun auch die Derivate-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eine Untersuchung zu den Vorgängen bei der größten US-Bank ein, wie die “New York Times” am Samstag auf ihrer Internetseite meldete.

Alle Untersuchungen seien aber bislang noch vorläufig und niemand bei JP Morgan sei Fehlverhalten vorgeworfen worden, berichtet die Zeitung. Allerdings wolle die CFTC die Existenz ihrer Untersuchung bald öffentlich bestätigen – ein ungewöhnlicher Schritt, zu dem die Behörde nur bei den schwersten und weitreichendsten Fällen greift wie beispielsweise dem Zusammenbruch der Handelsfirma MF Global. Demnach wolle CFTC-Chef Gary Gensler Einzelheiten zu der Untersuchung am Dienstag bei einer Anhörung im Senat bekanntgeben. Bei der Sitzung soll sich auch Bank-Chef Jamie Dimon erklären.

JP Morgan Chase hatte vor gut einer Woche eingeräumt, durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen einen Verlust von rund zwei Mrd. US-Dollar (mehr als 1,5 Mrd. Euro) erlitten zu haben. Die Chefin der verantwortlichen Abteilung, Ina Drew, musste deswegen inzwischen nach mehr als 30 Jahren bei der Bank ihren Hut nehmen. Medienberichten zufolge könnte der Verlust sogar noch steigen.

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Laut “Wall Street Journal” hat Bankchef Jamie Dimon intern die Zahl von fünf Mrd. US-Dollar genannt. Die Bank wollte das offiziell nicht kommentieren. Die “New York Times” hatte zuvor berichtet, dass sich die Verluste seit der Veröffentlichung ausgeweitet hätten und inzwischen bei mindestens drei Mrd. US-Dollar lägen. Dimon selbst hatte bei der Ankündigung des Verlusts eingeräumt, dass sich das Minus von zwei Mrd. US-Dollar noch verdoppeln könnte. Am 13. April hatte Dimon Befürchtungen über einen Verlust aus den ungewöhnlichen Handelsgeschäften noch als “Sturm im Wasserglas” heruntergespielt. Am 10. Mai räumt er die Verluste dann öffentlich ein und sprach von “Fehlern, Schlamperei und schlechtem Urteilvermögen”. Eine Wette mit Kreditderivaten sei “schlecht konstruiert und überwacht worden” und geplatzt. Zwei Großaktionäre haben JP Morgan und Bankchef Jamie Dimon deshalb verklagt: Sie behaupten, Dimon habe die Verluste und potentiellen Risiken für Investoren falsch dargestellt.

Quelle: n-tv.de

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Eingriffe in Privatsphäre: Milliardenklage gegen Facebook

Kurz nach dem Börsenstart haben die Nutzer Facebook auf 15 Mrd. Dollar Schadensersatz verklagt.

Kurz nach dem Börsenstart haben die Nutzer Facebook auf 15 Mrd. Dollar Schadensersatz verklagt.(Foto: picture alliance / dpa)

Samstag, 19. Mai 20122012-05-19 17:50:47


Schon der Börsengang enttäuscht, doch nun droht Facebook auch noch handfester juristischer Ärger: Die Nutzer des sozialen Netzwerks, die nach Mark Zuckerbergs Philosophie eigentlich im Zentrum der Produktentwicklung stehen sollten, verklagen Facebook wegen der Verletzung ihrer Privatsphäre. Die geforderte Summe steht den frischen Einnahmen aus dem Börsengang nur wenig nach.

Unmittelbar nach dem holprigen
Börsengang steht dem Online-Netzwerk Facebook juristischer Streit ins Haus: US-Internetnutzer
haben eine Sammelklage wegen der angeblichen Verletzung ihrer Privatsphäre eingereicht,
teilten Anwälte mit. Demnach geht es um Schadensersatzforderungen von bis zu 15
Mrd. US-Dollar (rund 11,8 Mrd. Euro). Die Klage wurde bei einem Gericht im kalifornischen
San José eingereicht. Die Kläger werfen Facebook vor, unrechtmäßig Aktivitäten von
Nutzern im Internet beobachtet zu haben – “sogar nachdem sie sich aus dem Netzwerk
ausgeloggt hatten”.

Video


Facebook legt Nasdaq lahm: Zuckerberg feiert Börsengang
Wirtschaft
19.05.12 01:13 min

Facebook legt Nasdaq lahm
Zuckerberg feiert Börsengang

“Das ist kein Hirngespinst”,
sagte Anwalt Billy Murphy aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. “Der einzige
Weg, um Firmen von Verstößen gegen das Recht des amerikanischen Volkes auf Beachtung
der Privatsphäre abzuhalten, ist es, ihnen einen Teil ihres Geldes zu nehmen. Nur
damit erhält man ihre Aufmerksamkeit.” Die Klage bündelt Fälle gegen Facebook
aus mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten aus den Jahren 2011 und 2012. Die Anwälte
der Kläger verlangen nun bis zu 10.000 US-Dollar Schadenersatz je Nutzer.

Eine Stellungnahme zu der
Sammelklage gab Facebook zunächst nicht ab. Facebook ist immer wieder Ziel von Beschwerden
wegen angeblicher Verletzung der Privatsphäre seiner weltweit 900 Mio. Nutzer. Verbraucherschützer
und Datenschützer erhoffen sich, dass Facebook als börsennotiertes Unternehmen nun
zugänglicher für die Kritik wird.

Facebook-Börsengang
enttäuscht die Anleger

Facebook hatte am Freitag
einen der größten Börsengänge aller Zeiten hingelegt, war dabei aber schnell auf
dem harten Boden der Börsenrealität gelandet. Der erste Handelstag verlief enttäuschend,
die Wertpapiere notierten nach teils heftigem Auf und Ab zum Börsenschluss wieder
fast unverändert beim Ausgabepreis von 38 US-Dollar. Einige Experten hatten Aufschläge
von 50 Prozent bei dem weltgrößten Börsengang eines Internet-Unternehmens vorhergesagt.
Das Unternehmen nahm durch die Neuemission mindestens 16 Mrd. US-Dollar ein.

Konsortialführer Morgan
Stanley sah sich Kreisen zufolge gezwungen, das Papier mit Zukäufen über dem Ausgabepreis
von 38 US-Dollar zu halten. Nach Einschätzung von Investoren trugen auch technische
Pannen dazu bei, dass das Interesse nicht so groß ausfiel wie erwartet. Die Börsenaufsicht
will nun die Vorgänge untersuchen, die stundenlang für Verwirrung um Kaufaufträge
gesorgt hatten.

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Doch Experten verwiesen
auch auf das hohe Emissionsvolumen sowie auf Zweifel am Geschäftsmodell. Das Wall-Street-Debüt
sei kein gutes Zeichen für die Entwicklung der Aktie in den kommenden Tagen, sagten
Analysten. Skeptiker hatten schon im Vorfeld Zweifel angemeldet, ob Mark Zuckerbergs
erst acht Jahre altes Unternehmen bereits rund 100 Mrd. Dollar wert ist, wie es
der Ausgabepreis der Aktien nahelegt. Facebook hat im vergangenen Jahr bei einem
Umsatz von 3,7 Mrd. US-Dollar eine Milliarde Gewinn gemacht – vor allem mit Werbung.
Gigantische Wachstumsprognosen sind nötig, um bei 100 Mrd. US-Dollar Unternehmenswert
zu bleiben oder sogar auf 115 bis 120 Mrd. US-Dollar zu kommen.

Quelle: n-tv.de

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Rohrkrepierer statt Börsenrakete: Facebook rumpelt an die Nasdaq


Rohrkrepierer statt Börsenrakete: Facebook rumpelt an die Nasdaq

(Foto: AP)

Freitag, 18. Mai 20122012-05-18 22:20:14


Facebook sollte nicht nur einer der größten Börsengänge aller Zeiten, sondern auch einer der glanzvollsten werden. Daraus wird aber nichts. Nur dank massiver Stützungskäufe durch die beteiligten Banken fallen die Aktien des soziale Netzwerks nicht unter ihren Ausgabekurs.

Begleitet von einer technischen Panne hat das Facebook nur ein verhaltenes Börsendebüt hingelegt. Die Aktie schloss an der US-Technologiebörse Nasdaq lediglich 23 Cent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar. Im Laufe des ersten Handelstages war die Aktie sogar mehrfach auf glatt 38 Dollar zurückgefallen, nachdem sie bei 42 Dollar gestartet war. Offenbar hinderten nur massive Stützungskäufe der beteiligten Banken das Papier daran, in die Verlustzone zu rutschen.

Video


Zuckerberg läutet Startglocke: Facebook stemmt Börsengang
Wirtschaft
18.05.12 01:19 min

Zuckerberg läutet Startglocke
Facebook stemmt Börsengang

Viele Experten hatten im Vorfeld ein deutlicheres Kursplus bei dem weltgrößten Börsengang eines Technologie-Unternehmens vorhergesagt, es hatte aber auch mahnende Stimmen gegeben.

Eine regelrechte Flut von Kauf- und Verkaufsaufträgen führte zum Auftakt zu technischen Problemen und einen verspäteten Handelsstart mit der Facebook-Aktie. Die Nasdaq prüft die Verzögerung. Den Gang an die Börse hatte Firmengründer Mark Zuckerberg zuvor in der Zentrale im kalifornischen Silicon Valley unter dem Applaus seiner Mitarbeiter mit der traditionellen Startglocke eingeläutet.

Intenet-Aktien unter Druck

“Wir sehen da draußen einige unglückliche Leute. Sie hatten darauf gehofft, dass Facebook sich deutlich besser schlägt. Ich wette, da sind viele enttäuscht”, sagte Wayne Kaufman vom Brokerhaus John Thomas Financial. Das holprige Börsendebüt belastete die Wall Street. Alle Indizes notierten im Minus.

“Wir stehen nach diesem wenig erstaunlichen Handelsstart etwas unter Druck. Der Börsengang konnte nicht wie von einigen Händlern erhofft den Gesamtmarkt beflügeln”, sagte Frank Davis von LEK Securities in New York. Andere Unternehmen aus dem Bereich soziale Medien standen ebenfalls auf den Verkaufslisten der Börsianer. Die Anteilsscheine des Karrierenetzwerks LinkedIn verbilligten sich um 2,6 Prozent, die Papiere des Schnäppchenportals Groupon um 5,6 Prozent. Die Aktien des Internetspiele-Anbieters Zynga gaben 9 Prozent ab.

Wegen der hohen Nachfrage hatte Facebook nur zwei Tage vor dem Handelsstart 25 Prozent mehr Aktien für den Börsengang bereitgestellt als ursprünglich geplant. Auch die Preisspanne war von 34 bis 38 Dollar von zuvor 28 bis 35 Dollar je Papier angehoben worden. Mit einer Marktkapitalisierung von 104 Mrd. Dollar war Facebook mit dem Glockenschlag so viel Wert wie die deutschen Traditionskonzerne Daimler, BMW und Lufthansa zusammen. Der Weg zu den ganz großen Namen der Technologiebranche ist aber noch weit. Apple etwa, das zu den teuersten Unternehmen der Welt zählt, ist an der Börse derzeit etwa 500 Mrd. Dollar wert.

Wie groß das Kursplus am Ende des ersten Tages ausfallen musste, um als Erfolg zu gelten, darüber waren die Meinungen der Analysten und Experten weit auseinander gegangen. “Ein Sprung von 15 bis 20 Prozent ist im Bereich des Möglichen”, sagte Finanzprofessor Tim Loughran. Andere hielten Kursaufschläge von mindestens 30 Prozent für erreichbar. Einer Morningstar-Umfrage zufolge sahen Analysten den Schlusskurs am ersten Handelstag bei 50 Dollar.

Doch eins war schon vor dem Debüt der Aktie klar: Der Facebook-Börsengang ist der mit Abstand größte eines Technologieunternehmens aller Zeiten. Insgesamt 18,4 Mrd. Dollar werden erlöst, wenn auch eine Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird. Zum Vergleich: Der US-Internetgigant Google sammelte beim Börsendebüt 2004 knapp 2 Mrd. Dollar ein. Der Ausgabepreis der Google-Aktien lag bei 85 Dollar, am ersten Tag kletterte das Papier auf 100 Dollar. Heute liegt der Kurs bei rund 626 Dollar.

Klage eingereicht

Von den Einnahmen des Börsengangs fließen dem acht Jahre alten Unternehmen selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potenzial des Online-Treffpunkts früh erkannt haben. Der 28 Jahre alte Gründer Zuckerberg bleibt Mehrheitseigner.

Mehr als 900 Millionen Menschen weltweit haben ein Facebook-Konto, organisieren Kontakte über das soziale Netzwerk, posten Fotos und teilen Musik mit Freunden. Kritiker bemängeln, dass noch immer nicht klar ist, wie das kalifornische Unternehmen seine Popularität bei den Nutzern in Umsatz- und Gewinnwachstum ummünzen will. Im ersten Quartal diesen Jahres sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 205 Mio. Dollar. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 1,06 Mrd. Dollar zurück.

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Anzeigen sind die wichtigste Einnahmequelle für Facebook. Problematisch für die Silicon-Valley-Firma ist, dass immer mehr Anhänger über mobile Zugänge wie Smartphones und Tablets das Netzwerk besuchen. In diesen Fällen kann Facebook weniger für Anzeigen verlangen, zudem schalten bisher weniger Konzerne auf mobilen Geräten Werbung.

Am Tag des Börsengangs wurde Facebook auf die Zahlung von 15 Mrd. Dollar verklagt. Nutzer werfen dem sozialen Netzwerk vor, ihre Spuren im Internet aufgezeichnet zu haben – selbst nachdem sie ihr Profil abgemeldet hatten. Die Höhe der Forderung erklärt sich dadurch, dass es sich um eine Sammelklage handelt. Pro Tag und Nutzer verlangen die Kläger 100 Dollar als Wiedergutmachung und als Strafe, außerdem bis zu 10.000 Dollar pro Person. Hinzu kommen die Kosten für Experten und Anwälte.

Quelle: n-tv.de

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