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Rouen feiert Freiheitskämpferin Jeanne d’Arc

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Johanna von Orléans wird in ganz Frankreich als Nationalheldin verehrt – so auch an ihrem Geburtsort Domremy-la-Pucelle. Foto: CRT Lorraine/B. Barbier

Mittelalterliche Zeitansage: Die astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert ist bis heute eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rouen. Foto: Pierre Jeanson
Auf dem Alten Markt wurde Jeanne d’Arc 1431 verbrannt. Heute erinnert hier die moderne Kirche Heilige Johanna von Orléans an ihr Schicksal. Foto: CRT Normandie/Andrea Solter
Der Maler Claude Monet war beeindruckt von Rouens Kathedrale Notre Dame. Ein Bild des Bauwerks ist heute im Museum für Bildende Künste in Rouen zu bestaunen. Foto: Rouen and Seine Valley Tourism
Die Stadt der hundert Kirchtürme: Alles wird in Rouen von der Kathedrale Notre Dame überragt. Foto: Rouen and Seine Valley Tourism
Versteckte Sehenswürdigkeit: Der Pestfriedhof und das Beinhaus L’aître Saint-Maclou erinnern an die Pestkatastrophe in Rouen. Foto: Horst Heinz Grimm
Jeanne d’Arc ist in Rouen allgegenwärtig – vor allem im Jahr ihres 600. Geburtstags. Viele Touristen wollen den Platz sehen, auf dem die Bauerntochter hingerichtet wurde. Foto: Rouen and Seine Valley Tourism
An Sommertagen zieht es die Bewohner ans Ufer der Seine, die die Stadt teilt. Foto: Rouen and Seine Valley Tourism

//

Jeanne d’Arc ist in Rouen allgegenwärtig – vor allem im Jahr ihres 600. Geburtstags. Die Touristenmassen strömen zu dem Platz, auf dem die Bauerntochter hingerichtet wurde. Doch die französische Stadt hat noch mehr zu bieten.

Der Pilgerstrom der Touristen reißt nicht ab. Alle wollen den Platz sehen, auf dem Geschichte geschrieben wurde. Am 30. Mai 1431 schleppten Scharfrichter die gerade einmal 19-jährige Johanna von Orléans vor einer gaffenden Menge auf den Scheiterhaufen und entzündeten ihn. Anschließend streuten sie die Asche der Frau in die Seine. Jedes Jahr gibt es deshalb in Rouen Gedenkfeiern. 2012 fallen diese größer als üblich aus, denn vor 600 Jahren wurde Jeanne d’Arc geboren.

Alles begann Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Engländer hielten im Hundertjährigen Krieg Frankreichs Norden bis zur Loire besetzt. Die Bauerntochter Johanna aus Lothringen will schon mit 13 Jahren von höheren Mächten den Auftrag erhalten haben, gegen die Eindringlinge zu kämpfen. Nach kurzem Ruhm aber fiel Jeanne Intrigen zum Opfer. Bis heute wird sie im ganzen Land verehrt.

Doch nicht nur wegen der Freiheitskämpferin findet sich die mittelalterliche Stadt Rouen auf der Liste historischer Sehenswürdigkeiten in Frankreich ganz weit oben. Sowohl die gotische Kathedrale als auch die astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert und der Justizpalast aus dem Jahr 1509, einst das größte nichtsakrale Gebäude Europas, ziehen Touristen an. Daneben lockt der von sorgfältig restaurierten Fachwerkbauten gesäumte geschichtsträchtige Alte Markt.

«Die Stadt der hundert Kirchtürme, deren Glockengeläut himmelauf schwingt», beschrieb der französische Schriftsteller Victor Hugo Rouen. Er hatte wohl vor allem die Kathedrale Notre Dame im Auge, die mit ihren sieben Türmen die Stadt überragt. In dem Bau sind alle gotischen Stilrichtungen vereint.

151 Meter reckt sich der Glockenturm in den Himmel. «Kein anderer Kirchturm in Frankreich ist höher», erzählt Touristenführer Francois Legand. «Bis 1880 war es auch der höchste Kirchturm der Welt, dann wurde der Kölner Dom fertiggestellt. Seine Spitze überragt unsere um 6 Meter», erklärt Legand. Berühmt ist auch der Butterturm. Eigentlich war der Genuss von Butter in der Fastenzeit untersagt. Doch um Geld für den Bau des Turms zu sammeln, hob die Kirche das Verbot vorübergehend auf.

Pierre Claudel, der an der örtlichen Universität mittelalterliche Geschichte studiert, macht auf eine weitere Sehenswürdigkeit aufmerksam, die man nicht auf den ersten Blick entdeckt: den Pestfriedhof und das Beinhaus L’aître Saint-Maclou. «Im Jahr 1348 raffte der Schwarze Tod fast drei Viertel der Bevölkerung dahin, die Opfer wurden zunächst mitten in der Stadt in einem Massengrab beigesetzt», erzählt Claudel. Totenschädel an den Fassaden des Fachwerkbaus aus dem 14. Jahrhundert erinnern daran. In den Räumen arbeiten heute Künstler.

Fußgängerzonen durchziehen die historische Altstadt. Tagsüber wirken einige der Gässchen ziemlich verwaist. «Abends herrscht hier Hochbetrieb, dann haben die Lokale geöffnet», sagt Vivian Bartels aus München, die für vier Wochen einen Sprachkurs in Rouen macht. «Man trifft vor allem junge Leute, Studenten, mit denen man schnell in Kontakt kommt.»

So gut der Cidre, der für die Normandie typische moussierende Apfelwein, auch schmeckt, Touristenführer Pierre Claudel zieht den Besucher zu weiteren Sehenswürdigkeiten: zum Gros Horloge, dem Uhrenturm mit der astronomischen Uhr. Oder zum Justizpalast, der ebenfalls auf der Liste der Nationalen Monumente Frankreichs steht.

An Sommertagen zieht es die Menschen ans Ufer der Seine, die die Stadt teilt. «Rouen ist eine Hafenstadt – für Seeschiffe ebenso wie für Flussschiffe», sagt Claudel. «Zum Ärmelkanal sind es etwa 125 Kilometer.» An den Kais liegen Frachter aus Übersee. «Alle paar Jahre – das nächste Mal 2013 – findet hier das größte Windjammertreffen der Welt statt», erzählt Claudel. Bis dahin bringen Flusskreuzfahrtschiffe Touristen, die das mittelalterliche Flair der Stadt der Jeanne d’Arc erleben wollen.

(DPA)

18.05.2012 09:23 Uhr

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Lebensgefühl unter Kastanien: Münchner Biergärten

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Drei «Originale» frönen einer 200-jährigen Tradition in und um München: Ein kühles Maß im Sommer mit einer Brotzeit. Foto: Oberbayern Tourismus

Am Viktualienmarkt kommt jeder Besucher Münchens fast zwangsläufig vorbei und ist daher auch bei Touristen höchst angesagt. Foto: Michael Nagy/Presseamt München
Kastanienschatten für die bayerische Lebensart: Der Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten ist einer der größten in München. Foto: Frank Leonhardt

//

Seit 200 Jahren trinken die Münchner ihre kühle Maß Bier im Sommer unter Kastanien. Für Zugereiste befremdlich: Die Brotzeit kann der Gast in den Biergärten bis heute selbst mitbringen.

Ein kühles Bier unter Kastanien und eine mitgebrachte Brotzeit – das gehört in Bayern zur Lebensart. Seit genau 200 Jahren ist das Recht der Münchner auf ihren Biergarten amtlich: Am 4. Januar 1812 erlaubte König Max I. den Brauern, über ihren Bierkellern den Gerstensaft auszuschenken. Die Biergarten-Gäste wollten ihre Maß aber nicht auf nüchternen Magen trinken – und so brachten sie ihr Essen kurzerhand mit. Aus der Gewohnheit wurde Tradition. Hier eine Auswahl der schönsten Biergärten in und um München.

Hirschgarten:

Rund 8000 Plätze – das ist Rekord. Der Biergarten des am Rande des Erholungsparks im Stadtteil Nymphenburg ist der größte Biergarten Münchens, manche sprechen sogar vom größten Europas. Dieser Biergarten entstand nicht über einem Bierkeller, sondern um einen Jagdsitz. In den historischen Räumen des 1791 erbauten Hauses feierten in früheren Jahrhunderten die Wittelsbacher. Heute ist der Biergarten wegen der umliegenden Wiesen bei Hundebesitzern ebenso beliebt wie bei Familien mit Kindern.

Biergarten am Chinesischen Turm:

Den zweiten Platz in Sachen Größe belegt der Biergarten am im Englischen Garten. Mit seinen rund 7000 Plätzen ist er auch ein Anziehungspunkt für Touristen. 1789 ließ Kurfürst Carl Theodor den Englischen Garten anlegen; damals hieß er «Theodors Park». 1790 wurde der pagodenähnliche hölzerne Chinesische Turm gebaut, der mehrfach abbrannte. Im Biergarten rund um diesen Turm gibt es Hofbräu-Bier. Jeweils am dritten Sonntag im Juli treffen sich die Münchner hier schon in der Morgendämmerung zum Biertrinken: Der auf das 19. Jahrhundert zurückgehende Kocherlball beginnt um 5.30 Uhr. Die Kocherl – die Hausangestellten – trafen sich damals so früh, weil sie rasch wieder zu Hause sein mussten, um ihrer Herrschaft beim Anziehen für den sonntäglichen Kirchgang zu helfen.

Hofbräukeller:

Mitten im Szenestadtteil Haidhausen lockt der mit 1700 Plätzen auch viele junge Menschen. «A bisserl chic, a bisserl leger, jeder Gast ist uns ans Herz gewachsen», werben die Wirtsleute, die Geschwister Friedrich Steinberg und Silja Schrank-Steinberg. Das Neurenaissance-Gebäude wurde 1892 am Isarhochufer erbaut. Mächtige Arkaden erinnern daran, dass es früher Stallungen beherbergte. Besonderheit: Es gibt zu bestimmten Zeiten tagsüber eine Kinderbetreuung, damit gestresste Eltern in Ruhe ihr Bier trinken können.

Andechs:

Der «Heilige Berg» mit dem Kloster rund 40 Kilometer westlich von München ist ein Muss für jeden Besucher. Der Biergarten liegt innerhalb der Klostermauern. Zu den Gästen zählen Einheimische, Wallfahrer und Touristen ebenso wie Schulklassen. Lehrer, die sich darauf einlassen und ihre Meute nicht ausreichend unter Kontrolle haben, erleben da schon mal ein regelrecht blaues Wunder. Im Kloster werden sieben Sorten Bier gebraut, mehr als 100 000 Hektoliter insgesamt pro Jahr; der Andechser Doppelbock ist legendär. Der Komponist Carl Orff («Carmina Burana») ist in der Wallfahrtskirche beerdigt. Jeden Sommer finden in Andechs Orff-Festspiele statt.

Paulaner am Nockherberg:

Politisch geht es einmal im Jahr im Paulaner am am Ostufer der Isar zu: Zwar nicht im Biergarten – dafür wäre es im März noch zu kalt – jedoch im Saal versammelt sich zur traditionellen Starkbierprobe Politprominenz aus Deutschland zum «Derblecken», sprich: zur satirischen Kritik. Das zu dieser Zeit ausgeschenkte Salvator Bier ist ein starkes dunkles Fastenbier, das nach einer mehr als 200 Jahre alten Grundrezeptur gebraut wird. Im Biergarten mit mehr als 2000 Plätzen erinnert ein Brunnen mit Mönchskopf an die Geschichte: Die Paulaner Mönche hatten im damaligen Kloster um 1634 mit dem Bierbrauen begonnen. Aber nur die Mönche durften das Bier trinken. Ein kurfürstliches Mandat erlaubte 1751 den öffentlichen Ausschank am Festtag des Ordensgründers, des Heiligen Franz von Paula, am 2. April. Erst 1780 wurde der Ausschank in der Bierhalle uneingeschränkt erlaubt.

Biergarten am Viktualienmarkt:

Am kommt der München-Besucher fast zwangsweise vorbei. Nur ein paar Schritte weiter liegt der Marienplatz mit dem Glockenspiel, das Isartor mit dem Valentin-Karlstadt-Musäum. Den Biergarten auf dem Viktualienmarkt mit seinen malerischen Buden gibt es erst seit 1970. Er lockt vor allem Touristen an und Münchner, die nach dem Einkaufen auf dem Markt noch etwas trinken wollen oder zur Mittagspause hergeeilt sind. Viele Gäste holen ihre Brotzeit an den umliegenden Buden. Alle sechs Wochen wird das Bier einer anderen Münchner Brauerei ausgeschenkt. Die sechs großen Brauereien sind Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Hofbräu, Paulaner und Spaten.

Bier am Klosterberg:

Ein weiter Blick über saftige Wiesen mit fantastischem Alpenpanorama – die liegt idyllisch rund knapp 50 Kilometer südlich von München am Kirchsee, einem moorigen warmen Badesee. Auf dem Reutberg leben bis heute Klosterschwestern. Die Brauerei braut nach alten Rezepturen und dem Reinheitsgebot von 1516 elf Biersorten, insgesamt rund 18 000 Hektoliter pro Jahr. Genau genommen geht aber nur ein Teil der beliebten Ausflugsgaststätte als echter Biergärten durch. Nicht im gesamten Garten, sondern nur in einem Teilbereich darf man die Brotzeit mitbringen.

Augustiner:

Der in der Arnulfstraße ist nach Betreiber-Angaben der älteste Biergarten Münchens und zählt mit 5000 Plätzen unter mehr als 100 Kastanien ebenfalls zu den größten. Erstmals erwähnt wurde der Biergarten den Angaben zufolge schon im Münchner Stadtplan von 1812; seit 1895 hat sich an seinem äußeren Bild nichts mehr verändert. Augustiner ist die einzige Brauerei, die das Bier bis heute im Holzfass liefert. Für viele Kenner macht das einen entscheidenden Unterschied zum Bier etwa aus Metalltanks.

(DPA)

18.05.2012 11:42 Uhr

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Staubflusen im Hotelzimmer sind kein Reisemangel

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Ist das Hotelzimmer nicht sauber genug oder wird die Bettwäsche zu selten gewechselt, ist das ein Grund zur Beschwerde. Geld vom Veranstalter gibt’s deshalb aber nicht zurück. Foto: Oliver Berg/Archiv

//

Die Reinigungskraft ist nachlässig, das Hotelzimmer nicht picobello? Ärgerlich, aber nicht ausreichend für eine Geldrückerstattung beim Reiseveranstalter, urteilte nun ein Gericht.

Staubflusen im Hotelzimmer sind kein Reisemangel. Und auch wenn die Bettwäsche nicht so oft gewechselt wird, wie sich der Urlauber das wünscht, kann er deswegen nicht gleich Geld vom Veranstalter zurückverlangen. So entschied das Amtsgericht Baden-Baden (Aktenzeichen: 16 C 42/11), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift «ReiseRecht aktuell» berichtet.

In dem Fall hatte sich ein Urlauber darüber beschwert, dass im Hotel die Bettwäsche neun Tage lang nicht gewechselt worden sei. Außerdem sei das Zimmer nicht gründlich genug gereinigt worden. Als Beweis legte er ein Foto vor, das Flusen und Staubansammlungen unter der Matratze zeigte, die er zuvor angehoben hatte. Beides stelle aber keinen erheblichen Mangel im Rechtssinn dar, urteilte das Gericht. Ansprüche an den Veranstalter ließen sich daraus nicht ableiten.

(DPA)

18.05.2012 11:56 Uhr

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Schon der Kaiser urlaubte auf Usedom

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Die Strandpromenade ist von eindrucksvollen Fassaden geschmückt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit einigen Sanierung nach der Wende blühten die Bäder wieder auf. Foto: Bernhard Krieger

Heringsdorf und Ahlbeck sind die östlichsten Seebäder der Bundesrepublik und für viele die schönsten. Schon Kaiser Wilhelm II. liebte das milde Klima auf Usedom. Foto: UTG/Jens König
Ahlbecks Wahrzeichen: Die älteste Seebrücke Deutschlands nutzte Loriot in seinem Kino-Film «Papa ante Portas» als Kulisse. Foto: TV Mecklenburg-Vorpommern/René Legrand
Prachtbau an Prachtbau vor der «Badewanne Berlins» – in den Kaiserbädern Heringsdorf und Ahlbeck lebt der Glanz der Jahrhundertwende mit Sommerfrische auf. Foto: Bernhard Krieger
Fischer-Charme paart sich mit hochherrschaftlichem Bau auf Usedom. Während der Fußball-EM schlägt das ZDF sein Sport-Studio in Heringsdorf auf. Foto: www.usedom.de

//

Im äußersten Nordosten der Republik liegen Usedoms Kaiserbäder. Während der Fußball-Europameisterschaft im Nachbarland Polen rücken Heringsdorf und Ahlbeck ins Rampenlicht. Das ZDF schlägt direkt neben der Seebrücke Heringsdorf sein Studio auf.

Dem Kaiser verdanken sie ihren Namen, der Wende ihren neuen Glanz und der Fußball-Europameisterschaft 2012 demnächst deutschlandweite Aufmerksamkeit: Usedoms Kaiserbäder sonnen sich im eigenen Glanz. Zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine baut das ZDF sein EM-Studio direkt an der Heringsdorfer Seebrücke auf. Über die Kilometer lange Strandpromenade am feinen Ostseebad Ahlbeck vorbei ist es nur ein Katzensprung bis Swinemünde (Swinoujscie) in Polen.

Bis zu 1000 Fans werden am ZDF-Fußballstrand auf einer großen Video-Leinwand die Spiele live verfolgen können. Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn wollen die Sendungen von einer Bühne präsentieren, die bis in die Ostsee hineinragt.

Heringsdorf und Ahlbeck sind die östlichsten Seebäder der Bundesrepublik und für viele mit Abstand die schönsten. Schon Kaiser Wilhelm II. liebte das milde Klima auf Usedom. Die Insel ist nach langjährigen Messungen des Deutschen Wetterdienstes der sonnenreichste Fleck Deutschlands.

Zur Kaiserzeit wurden die Kaiserbäder als Badewanne Berlins bezeichnet. Wer in der Reichshauptstadt etwas auf sich hielt, besaß hier eine der imposanten Villen oder buchte sich zumindest für einige Wochen irgendwo zur Sommerfrische ein. Heringsdorf und Ahlbeck blühten auf. Entlang des kilometerlangen Sandstrands entstand ein Prachtbau neben dem anderen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verblasste der Glanz der Kaiserbäder in der DDR. Villen wurden enteignet und verfielen, zwischen architektonischen Schmuckstücken entstanden Plattenbauten.

Die älteste Seebrücke Deutschlands, die Loriot in seinem Kino-Film «Papa ante Portas» als Kulisse nutzte, ist das Ahlbecker Wahrzeichen. An Usedoms 42 Kilometer langem und bis zu 70 Meter breiten Sandstrand ist sie das meist fotografierte Motiv der Insel.

Immer im Bild sind dort die berühmten Usedomer Strandkörbe. Die geflochtenen Kisten mit ihren fröhlich gestreiften Kissen und Sonnen-Markisen stammen aus der ältesten Strandkorb-Manufaktur Deutschlands. Seit 1925 werden in Heringsdorf Strandkörbe von Hand gefertigt und in die ganze Welt verkauft.

(DPA)

18.05.2012 12:51 Uhr

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Urlaubsland Bulgarien führt strenges Rauchverbot ein

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Touristen schätzen Bulgarien als günstiges Urlaubsland mit Strand und Meer. Für die Raucher unter ihnen dürfte der Aufenthalt bald etwas umständlicher werden. Foto: Scholz/Archiv

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Sofia (dpa) – Nebel lichtet sich über dem Schwarzen Meer: In einer der eifrigsten Rauchernationen Europas soll der Qualm bald aus Restaurants und Cafés verschwinden. Dem Staat werden die Raucherkrankheiten zu teuer.

Bulgarien wird von 1. Juni an kein Paradies für Raucher mehr sein. Das Urlaubsland verbietet nun das Rauchen in geschlossenen Räumen wie Restaurants und Cafés. Das Parlament in Sofia verabschiedete am Donnerstag trotz Einwänden und Protesten aus der Tourismus-Branche mehrere Gesetzesnovellen, die bisherige Einschränkungen verschärfen. Die neue Regelung betrifft auch alle Arbeitsräume. Auf Flughäfen sollen allerdings Stuben für Raucher eingerichtet werden.

Die Bulgaren gehören zusammen mit den Griechen zu den größten Raucher-Nationen in der EU. Die vor mehreren Jahren in dem Balkanland ursprünglich eingeführten vorsichtigen Einschränkungen waren vor zwei Jahren zusätzlich gelockert worden, um den heimischen Tourismus in der Krise zu helfen. Von dem strengen Rauchverbot verspricht sich die Regierung weniger Ausgaben im staatlichen Gesundheitswesen für die Behandlung von Raucherkrankheiten.

(DPA)

18.05.2012 15:47 Uhr

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