Totale Dominanz gegen bayrische Ideenlosigkeit
Weiterempfehlen

Druckansicht
Jetzt Drucken



Franck Ribery (r.) kassierte mit den Bayern die fünfte Pleite in Folge gegen Dortmund
Vom DFB-Pokalfinale berichten Matthias Becker und Mathias Frohnapfel
Berlin – Fünf mal hat es geknallt am Samstagabend.
Jedes Dortmunder Gegentor sei “wie eine Watschn” gewesen, gestand Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Bankett-Rede in der Nacht auf Sonntag nach dem demütigenden 2:5 im Pokalfinale (
Nachbericht) ein.
Doch es waren nicht nur die fünf schallenden Ohrfeigen von Berlin, die die Münchner Spielern und Verantwortlichen schockiert zurückließen.
Binnen nicht einmal zwei Jahren zogen die Bayern zum fünften Mal in Folge den Kürzeren gegen den BVB (DIASHOW: Die Einzelkritik).
Doch weshalb sind die Dortmunder den Bayern momentan national überlegen? Und wie kam es zum Debakel im Pokal? (DIASHOW: Bilder des Spiels)
SPORT1 macht die Analyse und nennt Gründe für den Siegeszug des Double-Gewinners gegen den Rekordmeister (
Die Stimmen zum Finale).
• Doppelte Flügelschwäche
Die Pleiten gegen den BVB sind auch eine ganz persönliche Schmach für Trainer-Routinier Jupp Heynckes, der nun auch schon drei Mal in Folge kein Mittel gegen die Taktik seines Gegenübers Jürgen Klopp fand.
Seit Franck Ribery und Arjen Robben gemeinsam für den FC Bayern wirbeln, gilt der Grundsatz, dass Spiele gegen die Münchner auf den Außenbahnen entschieden werden.
Klopps Mannschaft bewies in den letzten beiden Jahren vor, dass das sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne stimmt.
Exemplarisch führten die Dortmunder das am Samstag in Berlin vor. Besonders auffällig dabei: Der unterschiedliche Ansatz, mit dem Klopp die beiden Bayern-Seiten lahmlegte.
Schmelzer erklärt Erfolgsgeheimnis
Auf der linken Dortmunder Seite ließ sich Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz immer wieder sehr weit zurückfallen, unterstützte Linksverteidiger Marcel Schmelzer gewohnt emsig bei der Verteidigungsarbeit gegen Arjen Robben.
Bayern-Kapitän Philipp Lahm bekam dadurch zwar viele Freiheiten für das Spiel nach vorne, fand aber auch nur ganz selten eine Lücke.
“Ich sage immer vor und nach den Spielen gegen die Bayern, wie wichtig es ist, dass der äußere Mittelfeldspieler mit nach hinten hilft”, erklärte Schmelzer SPORT1 die Bedeutung dieser Maßnahme.
Blaszczykowski bindet Alaba
Auf der rechten Dortmunder Außenbahn wählten Klopp und seine Mannen einen anderen Ansatz.
Immer wieder rollten die Angriffe über diese Seite, der bärenstarke Jakub Blaszczykowski beschäftigte Linksverteidiger David Alaba so sehr, dass der junge Österreicher sich nie so stark ins Offensivspiel einschalten konnte wie in den letzten Monaten.
Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek konnte sich so ganz auf die Arbeit gegen Franck Ribery konzentrieren – und stellte den Franzosen mit zwei Ausnahmen kalt.
In der Asymmetrie der Flügel lag für den BVB an diesem Abend die optimale Balance.
“Was die Mannschaft heute geleistet hat, ist nicht in Worte zu fassen. Sie hat die perfekten Maßnahmen ergriffen”, schwärmte Klopp.
• Kein Plan B
Da über die Außen, wie zuletzt immer gegen Dortmund wenig ging, versuchten es die Bayern am Samstag in der ersten Halbzeit immer wieder mit Steilpässen auf die einzelne Spitze Mario Gomez.
Ein Plan B, der durchaus seinen Reiz hat. Gomez bekam zwei gute Chancen, holte zudem den Elfmeter heraus.
Die Effektivität, die überraschenderweise die Dortmunder an den Tag legten, fehlte dem Torjäger aber.
Über weite Strecken blieb das Münchner Spiel aber zu statisch und vorhersehbar. Eine Antwort auf die Aufgabenstellung durch den BVB hat Heynckes also noch nicht gefunden.
• Schwarzgelbe Dominanz im Zentrum
Die hohen Ballbesitzwerte, die von den Münchnern immer wieder als Beleg für die eigene Überlegenheit angeführt werden, bringen sie gegen die Borussia nicht weiter.
“Wir haben da gar nichts dagegen”, erklärte Innenverteidiger Mats Hummels.
Vielmehr gehe es für den BVB darum, bei Ballgewinn blitzschnell umzuschalten und die Bayern zu überrumpeln, so zu sehen bei mindestens drei der fünf Tore in Berlin.
Denn die Hoheit im Mittelfeld gehörte trotz geringeren Ballbesitzes in den direkten Duellen zuletzt immer den Dortmundern.
Vergangene Saison orchestrierten Nuri Sahin und Sven Bender die BVB-Überfälle, dieses Jahr sind es Sebastian Kehl und Ilkay Gündogan.
Wie auch auf den Außen beeindruckt vor allem die läuferische Überlegenheit der Borussia. So erscheint es, als wäre der BVB mit einem Mann mehr auf dem Platz.
• Misslungene Aufstellungsvariante
Der Versuch Heynckes’, dieses Hase-und-Igel-Spiel mit der Aufstellung des defensiver orientierten Luiz Gustavo zu verhindern und mehr Stabilität ins Mittelfeld zu bringen, ging kolossal daneben.
Der im Champions-League-Finale gesperrte Brasilianer leitete nicht nur das 0:1 mit gleich zwei hanebüchenen Fehlpässen ein, sondern sah auch sonst kein Land.
Seine Unsicherheit übertrug sich bis ganz nach hinten, wo die Bayern “eklatante Fehler” (Kapitän Philipp Lahm) machten.
“Alle drei, die nächste Woche gesperrt sind (Luiz Gustavo, Alaba, Holger Badstuber, Anm. d. Red.), haben nicht ihre optimale Leistung abgerufen. Sie waren mit ihrer Situation und dem Champions-League-Endspiel beschäftigt”, kritisierte Heynckes.
Müller muss zusehen
Die Frage, ob diese Zerissenheit für den erfahrenen Coach nicht vorherzusagen gewesen wäre, ist müßig.
Allerdings erstaunte die Gustavo-Hereinnahme auch deshalb, weil dadurch Thomas Müller, zuletzt stark formverbessert, auf die Bank musste.
So bekam er keine Chance, mit seinen unkonventionellen Laufwegen etwas Unruhe bei dem extrem souveränen Innenverteidiger-Duo Subotic/Hummels zu stiften.
1991
Werder Bremen
1:1/4:3 i.E. gg. 1. FC Köln
Tore: Eilts – Banach
1992
Hannover 96
0:0/4:3 i.E. gg. Borussia Mönchengladbach
1993
Bayer Leverkusen
1:0 gg. Hertha BSC Berlin Amateure
Tor: Kirsten
1994
Werder Bremen
3:1 gg. Rot Weiss Essen
Tore: Beiersdorfer, Herzog, Rufer – Bangoura
1995
Borussia Mönchengladbach
3:0 gg. VfL Wolfsburg
Tore: Dahlin, Effenberg, Herrlich
1996
1. FC Kaiserslautern
1:0 gg. Karlsruher SC
Tor: Wagner
1997
VfB Stuttgart
2:0 gg. Energie Cottbus
Tore: Elber 2
1998
Bayern München
2:1 gg. MSV Duisburg
Tore: Babbel, Basler – Salou
1999
Werder Bremen
1:1/ 5:4 i.E. gg. Bayern München
Tore: Maximow – Jancker
2000
Bayern München
3:0 gg. Werder Bremen
Tore: Elber, Sergio, Scholl
2001
FC Schalke 04
2:0 gg. 1. FC Union Berlin
Tore: Böhme 2
2002
FC Schalke 04
4:2 gg. Bayer Leverkusen
Tore: Böhme, Agali, Möller, Sand – Berbatow, Kirsten
2003
Bayern München
3:1 gg. 1. FC Kaiserslautern
Tore: Ballack 2, Pizarro – Klose
2004
Werder Bremen
3:2 gg. Alemannia Aachen
Tore: Borowski 2, Klasnic – Blank, Meijer
2005
Bayern München
2:1 gg. FC Schalke 04
Tore: Makaay, Salihamidzic – Lincoln
2006
Bayern München
1:0 gg. Eintracht Frankfurt
Tor: Pizarro
2007
1. FC Nürnberg
3:2 n.V. gg. VfB Stuttgart
Tore: Mintal, Engelhardt, Kristiansen – Cacau, Pardo
2008
FC Bayern München
2:1 n.V. gg. Dortmund
Tore: Toni (2) – Petric
2009
Werder Bremen
1:0 gg. Bayer Leverkusen
Tor: Özil
2010
FC Bayern München
gg. Werder Bremen 4:0
Tore: Robben, Olic, Ribery, Schweinsteiger
2011
Schalke 04
gg. MSV Duisburg 5:0
Tore: Draxler, Huntelaar 2, Höwedes, Jurado
2012
Borussia Dortmund 5:2
gg. Bayern München
Tore: Lewandowski (3), Kagawa, Hummels – Robben, Ribery
• Fazit:
Zwar wird sich an der großen Wertschätzung Heynckes’ durch die Bayern-Führung auch durch die Niederlagenserie gegen Dortmund nichts ändern.
Auch taktisch gilt der Satz aus Rummenigges Bankett-Rede, mit Dortmund gebe es “eine Mannschaft in dieser Republik, die im Moment national über uns steht, besser ist.”
Vor dem großen “Finale dahoam” gegen den FC Chelsea ist deshalb sicher auch Coach Heynckes angesprochen, wenn Rummenigge sagt:
“Ich hoffe, dass wir aus dem heutigen Spiel die richtigen Lehren ziehen und dann hoffentlich einen Abend erleben, an dem wir dann nach dem Abpfiff, glücklicher, zufriedener und auch stolzer sind als das wahrscheinlich heute Abend der Fall ist.”
Eine weitere “Watschn” will keiner in München erleben.
Kommentar schreiben
Kagawa-Abgang fix
Weiterempfehlen

Druckansicht
Jetzt Drucken



Mats Hummels (r.) traf im Pokalfinale per Elfmeter zum wichtigen 2:1
Von Hardy Heuer
München – Bis tief in die Nacht haben knapp 300.000 Fans von Borussia Dortmund ihre Double-Helden am Sonntag gefeiert, viele sind mit großer Wahrscheinlichkeit am nächsten Morgen mit einem Kater aufgewacht.
Doch nicht nur die euphorische Party-Nacht sorgt in Dortmund einen Tag später für Kopfschmerzen, bei den Verantwortlichen des BVB könnten nämlich noch ganz andere Probleme auftreten.
Nach dem erstmaligen Double-Erfolg in der 103-jährigen Vereinsgeschichte sind die europäischen Top-Klubs auf die Borussia aufmerksam geworden.
Der erste Abgang ist am Montag offiziell geworden: Shinji Kagawa hat endgültig erklärt, seinen bis 2013 laufenden Vertrag in Dortmund nicht zu verlängern – womit alles auf einen sofortigen Verkauf hinausläuft.
Abgang ist “definitiv”
“Ich hatte Montagmorgen einen Termin mit seinem Berater. Shinji Kagawa hat uns mitteilen lassen, dass er seinen Vertrag bei uns definitiv nicht verlängern wird”, hat Sportdirektor Michael Zorc der “Bild” mitgeteilt: “Sollten jetzt Angebote für Kagawa kommen, werden wir uns damit beschäftigen und verhandeln.”
Kagawa wird mit Manchester United in Verbindung gebracht – noch mehr nach einem überraschenden Besuch beim DFB-Pokalfinale.
Manchester Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson tauchte einen Tag vor dem – letztlich erfolglosen – Ligafinale in der englischen Premier League beim Endspiel gegen die Bayern (
Nachbericht) auf.
Mit seiner Weltklasse-Leistung im Pokalfinale dürfte sich Kagawa ins Herz von Ferguson gespielt haben, der mindestens 15 Millionen Euro auf den Tisch legen müsste – nach dieser Leistung vielleicht sogar schon 20. (DIASHOW: Einzelkritik)
Ein stolzer Betrag, den sich Ferguson nach der dramatisch verlorenen Meisterschaft an Stadtrivale Manchester City wohl kosten lassen wird.
Interesse an Hummels
Aber “Sir Alex” soll den Weg nach Berlin nicht nur wegen Kagawa angetreten haben.
Auf seinem Einkaufszettel stehen angeblich auch Innenverteidiger Mats Hummels und Stürmer Robert Lewandowski (beide Vertrag bis 2014), der mit drei Toren im Pokalfinale den BVB fast im Alleingang zum TItel schoss.
Ferguson soll Hummels’ Berater, Vater Hermann, nach “Bild”-Informationen zu Gesprächen nach Manchester eingeladen haben.
Kontakt mit Lewandowski
Mit Lewandowski soll der Kontakt bereits intensiver sein. “Ich kann das Interesse von Manchester United bestätigen”, erklärte sein Berater Maik Barthel der “Bild”.
Macht Lewandowski etwa den Abflug? Fakt ist: Der polnische Nationalspieler will mehr Geld.
“Das Dortmund-Angebot ist nicht ausreichend”, sagte Barthel. Lewandowskis zweiter Berater Cezary Kucharski ging im polnischen Fernsehen sogar noch weiter: “Ein Spieler dieser Klasse sollte zu den bestbezahlten Fußballern von Borussia Dortmund gehören”.
Geld durch Kagawa-Verkauf
Die angestrebte Vertragsverlängerung dürfte für den BVB also teuer werden.
Mit den geschätzt 10 Millionen, die Dortmund durch den Transfer von Lucas Barrios nach China einnimmt und dem Erlös eines Kagawa-Verkaufs stünde allerdings ausreichend Geld zur Verfügung, um Lewandowski mit einem höher dotierten Vertrag auszustatten.
Der Pole will indes “kein Bekenntnis zu irgendeinem Klub abgeben, weil ich glaube, dass so etwas im Profifußball Unsinn ist”, sagte er dem “Spiegel”:
“Vielleicht will mich Dortmund ja irgendwann unbedingt verkaufen, dann helfen alle meine Treueschwüre nichts.”
Watzke blockt ab
Die Verantwortlichen des BVB verschwenden jedoch überhaupt keinen Gedanken an einen Verkauf ihres Topstürmers (22 Tore in 34 Ligaspielen). Außer Kagawa darf nämlich keiner den Klub verlassen.
“Weitere Spieler geben wir für kein Geld der Welt ab”, stellte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke zuletzt klar.
Trainer Jürgen Klopp glaubt fest an einen Verbleib von Lewandowski und Hummels. “Klar, die Berater pokern, die Spieler pokern selbst ein bisschen, aber am Ende wird Lewy genauso bleiben, wie Mats, Neven Subotic und Mario Götze geblieben sind”, erklärte er kürzlich der “Süddeutschen Zeitung”:
“Im Fußball bewirkt eine Gemeinschaft viel mehr, als mancher Außenstehende denkt.”
1991
Werder Bremen
1:1/4:3 i.E. gg. 1. FC Köln
Tore: Eilts – Banach
1992
Hannover 96
0:0/4:3 i.E. gg. Borussia Mönchengladbach
1993
Bayer Leverkusen
1:0 gg. Hertha BSC Berlin Amateure
Tor: Kirsten
1994
Werder Bremen
3:1 gg. Rot Weiss Essen
Tore: Beiersdorfer, Herzog, Rufer – Bangoura
1995
Borussia Mönchengladbach
3:0 gg. VfL Wolfsburg
Tore: Dahlin, Effenberg, Herrlich
1996
1. FC Kaiserslautern
1:0 gg. Karlsruher SC
Tor: Wagner
1997
VfB Stuttgart
2:0 gg. Energie Cottbus
Tore: Elber 2
1998
Bayern München
2:1 gg. MSV Duisburg
Tore: Babbel, Basler – Salou
1999
Werder Bremen
1:1/ 5:4 i.E. gg. Bayern München
Tore: Maximow – Jancker
2000
Bayern München
3:0 gg. Werder Bremen
Tore: Elber, Sergio, Scholl
2001
FC Schalke 04
2:0 gg. 1. FC Union Berlin
Tore: Böhme 2
2002
FC Schalke 04
4:2 gg. Bayer Leverkusen
Tore: Böhme, Agali, Möller, Sand – Berbatow, Kirsten
2003
Bayern München
3:1 gg. 1. FC Kaiserslautern
Tore: Ballack 2, Pizarro – Klose
2004
Werder Bremen
3:2 gg. Alemannia Aachen
Tore: Borowski 2, Klasnic – Blank, Meijer
2005
Bayern München
2:1 gg. FC Schalke 04
Tore: Makaay, Salihamidzic – Lincoln
2006
Bayern München
1:0 gg. Eintracht Frankfurt
Tor: Pizarro
2007
1. FC Nürnberg
3:2 n.V. gg. VfB Stuttgart
Tore: Mintal, Engelhardt, Kristiansen – Cacau, Pardo
2008
FC Bayern München
2:1 n.V. gg. Dortmund
Tore: Toni (2) – Petric
2009
Werder Bremen
1:0 gg. Bayer Leverkusen
Tor: Özil
2010
FC Bayern München
gg. Werder Bremen 4:0
Tore: Robben, Olic, Ribery, Schweinsteiger
2011
Schalke 04
gg. MSV Duisburg 5:0
Tore: Draxler, Huntelaar 2, Höwedes, Jurado
2012
Borussia Dortmund 5:2
gg. Bayern München
Tore: Lewandowski (3), Kagawa, Hummels – Robben, Ribery
Pizarro zum BVB?
Eher werden Spieler dazu geholt, im Sturm ist nach Barrios’ Abschied ein Platz frei. Lewandowski ist der einzige Angreifer im Kader, der genügend Qualität für die Champions League mitbringt.
Mit 17,5-Millionen-Euro-Einkauf Marco Reus hat der BVB bereits einen Hochkaräter für die neue Saison verpflichtet – auch über eine Verpflichtung des polnischen Offensiv-Talents Rafal Wolski von Legia Warschau wird spekuliert (DIASHOW: Der Bundesliga-Transfermarkt).
Außerdem das Gerücht um, dass Claudio Pizarro als Backup für Lewandowski zum Double-Sieger wechseln soll. Der Peruaner, dessen Kontrakt ausläuft, lässt Werder Bremen seit Wochen zappeln und weigert sich eine Unterschrift unter den vorliegenden Zweijahres-Vertrag zu setzen.
Pizarro wäre ein probater zweiter Mann hinter Lewandowski. Doch neben dem BVB soll laut “kicker” auch Erzrivale FC Schalke 04 Interesse haben.
Kommentar schreiben
Schmelzer: Mit BVB-Sieger-Gen Löw überzeugen
Weiterempfehlen

Druckansicht
Jetzt Drucken



Marcel Schmelzer wechselte 2005 vom 1. FC Magdeburg in die Jugend des BVB
Von Matthias Becker
München/Berlin – Er ist einer der Dortmunder Double-Helden, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft ein bisschen zu kurz kommen.
Während nach dem triumphalen 5:2-Sieg im Pokalfinale gegen den FC Bayern
(Nachbericht) Dreifach-Torschütze Robert Lewandowski, Mittelfeld-Zauberer Shinji Kagawa und Kapitän Sebastian Kehl gefeiert wurden, stand Marcel Schmelzer ein wenig im Hintergrund.
Dabei ist der Beitrag, den “Schmelle” zu den nun fünf Siegen in Folge gegen die Bayern geleistet hat, kaum hoch genug einzuschätzen.
Auch in Berlin gelang es Schmelzer wieder, Superstar Arjen Robben fast nicht zur Geltung kommen zu lassen.
Bundestrainer Joachim Löw sind die starken Leistungen des Linksverteidigers nicht entgangen, er berief Schmelzer in den erweiterten 27er-Kader für die EM.
Am Dienstag reist Schmelzer mit den übrigen Dortmunder Double-Gewinnern ins Trainingslager der Nationalmannschaft auf Sardinien.
Im SPORT1-Interview spricht er über die Genugtuung nach dem Triumph von Berlin und seine Chancen auf ein EM-Ticket
SPORT1: Herr Schmelzer, das war eine schöne Party nach dem Sieg in Berlin, oder?
Schmelzer: Allerdings. Wir haben uns vorgenommen, Geschichte zu schreiben und das haben wir auch geschafft.
SPORT1: Konnte man mit so einem Spektakel rechnen? Die letzten beide Spiele gegen die Bayern wurden zwar auch gewonnen, aber nur knapp.
Schmelzer: Nach den letzten Spielen haben wir von vielen Seiten gehört, dass es knapp und eigentlich nicht verdient war. Wir sind sehr froh, nun auch in dieser Höhe und das Double gewonnen zu haben.
SPORT1: Die Bayern haben gesagt, sie waren in der ersten Halbzeit nicht so schlecht wie das Ergebnis. Sehen Sie das ähnlich?
Schmelzer: Das ist die Sicht der Bayern. Wir freuen uns einfach, dass wir das Spiel und das Double gewonnen haben. Da interessiert es am Ende nicht, wer die bessere Mannschaft war.
SPORT1: Noch nie hat eine Mannschaft fünf Siege in Folge gegen den FC Bayern gefeiert. Ist das eine Ansage für die nächsten Jahre?
Schmelzer: Wir haben schon vor der Partie gesagt, wenn wir schon dabei sind, ein paar Rekorde einzufahren, dann wollen wir diesen auch. Darüber sind wir überglücklich.
SPORT1: Waren die Feierlichkeiten nach dem Pokalsieg das Beste, was Sie bisher erlebt haben?
Schmelzer: Auf jeden Fall, besonders wenn man die Vorfreude vor dem Pokalfinale gesehen hat. Jeder Fan hat sich das Double für die Mannschaft gewünscht und wir wollten den Fans als Dank für die Unterstützung den Pott in den Pott bringen. Wir sind sehr glücklich darüber, dass es geklappt hat. Das ist ein Dank an alle Fans und den ganzen Verein.
SPORT1: Sie haben es im Finale zum wiederholten Male geschafft, Arjen Robben aus dem Spiel zu nehmen. Was ist ihr Geheimnis?
Schmelzer: Ich betone immer wieder, dass es sehr wichtig ist, den äußeren Mittelfeldspieler, wie in diesem Fall Kevin Großkreutz, als Unterstützung zu haben. Auch auf der anderen Seite mit Piszczek und Blaszczykowski funktioniert das überragend. Robben und Ribery auszuschalten ist in den Spielen gegen die Bayern das Wichtigste. Dass wir das schaffen, zeigt, dass wir eine Mannschaft sind.
SPORT1: Nach dem Double geht es nun zur Nationalmannschaft und zur EM. Ist das der finale Höhepunkt?
1991
Werder Bremen
1:1/4:3 i.E. gg. 1. FC Köln
Tore: Eilts – Banach
1992
Hannover 96
0:0/4:3 i.E. gg. Borussia Mönchengladbach
1993
Bayer Leverkusen
1:0 gg. Hertha BSC Berlin Amateure
Tor: Kirsten
1994
Werder Bremen
3:1 gg. Rot Weiss Essen
Tore: Beiersdorfer, Herzog, Rufer – Bangoura
1995
Borussia Mönchengladbach
3:0 gg. VfL Wolfsburg
Tore: Dahlin, Effenberg, Herrlich
1996
1. FC Kaiserslautern
1:0 gg. Karlsruher SC
Tor: Wagner
1997
VfB Stuttgart
2:0 gg. Energie Cottbus
Tore: Elber 2
1998
Bayern München
2:1 gg. MSV Duisburg
Tore: Babbel, Basler – Salou
1999
Werder Bremen
1:1/ 5:4 i.E. gg. Bayern München
Tore: Maximow – Jancker
2000
Bayern München
3:0 gg. Werder Bremen
Tore: Elber, Sergio, Scholl
2001
FC Schalke 04
2:0 gg. 1. FC Union Berlin
Tore: Böhme 2
2002
FC Schalke 04
4:2 gg. Bayer Leverkusen
Tore: Böhme, Agali, Möller, Sand – Berbatow, Kirsten
2003
Bayern München
3:1 gg. 1. FC Kaiserslautern
Tore: Ballack 2, Pizarro – Klose
2004
Werder Bremen
3:2 gg. Alemannia Aachen
Tore: Borowski 2, Klasnic – Blank, Meijer
2005
Bayern München
2:1 gg. FC Schalke 04
Tore: Makaay, Salihamidzic – Lincoln
2006
Bayern München
1:0 gg. Eintracht Frankfurt
Tor: Pizarro
2007
1. FC Nürnberg
3:2 n.V. gg. VfB Stuttgart
Tore: Mintal, Engelhardt, Kristiansen – Cacau, Pardo
2008
FC Bayern München
2:1 n.V. gg. Dortmund
Tore: Toni (2) – Petric
2009
Werder Bremen
1:0 gg. Bayer Leverkusen
Tor: Özil
2010
FC Bayern München
gg. Werder Bremen 4:0
Tore: Robben, Olic, Ribery, Schweinsteiger
2011
Schalke 04
gg. MSV Duisburg 5:0
Tore: Draxler, Huntelaar 2, Höwedes, Jurado
2012
Borussia Dortmund 5:2
gg. Bayern München
Tore: Lewandowski (3), Kagawa, Hummels – Robben, Ribery
Schmelzer: Auf jeden Fall. Nach den Feierlichkeiten konzentriere ich mich voll und ganz auf die Nationalmannschaft.
SPORT1: Vier Spieler werden noch gestrichen. Auf Ihrer Position herrscht keine Überbesetzung. Wie sicher sind sie, am Ende zum endgültigen Kader zu gehören?
Schmelzer: Ich hoffe, Joachim Löw in den Trainingseinheiten vor Bekanntgabe des endgültigen Kaders zu überzeugen. Am Ende entscheidet der Bundestrainer.
SPORT1: Das Sieger-Gen aus Dortmund wird dann auch in die Nationalmannschaft implantiert?
Schmelzer (lacht): Ja.
Kommentar schreiben
"Dortmunds Konkurrenz tut Bayern gut"
Weiterempfehlen

Druckansicht
Jetzt Drucken



Oliver Kahn gewann mit den Bayern sechs Mal den Pokal und acht Mal die Meisterschaft
Vom DFB-Pokalfinale berichten Mathias Frohnapfel und Matthias Becker
Berlin – Seine Abschiedsvorstellung im DFB-Pokal endete im Konfetti-Regen und somit standesgemäß.
Denn Oliver Kahn feierte 2008 mit Bayern den sechsten Pokaltriumph, besser geht es nicht.
Mit 2:1 wiesen die Münchner damals Borussia Dortmund in die Schranken, danach lief der Keeper im Berliner Olympiastadion wehmütig mit Bastian Schweinsteiger die Ehrenrunde. (DIASHOW: Die packendsten Pokalfinals)
Der frühere Mitspieler könnte Kahns Pokalrekord jetzt einstellen, der Gegner heißt damals wie heute BVB (ab 19.30 Uhr im
LIVE-TICKER).
Doch anders als vor vier Jahren geht es diesmal für Bayern auch darum, auf den eigenen Platz in Deutschlands Fußballhierarchie hinzuweisen. (
BERICHT: Psychokrieg für Anfänger).
“Viel mentale Arbeit” für Bayern
Der Vizemeister will gegen den Meister aus Dortmund demonstrieren, wer künftig (wieder) die Nummer eins sein soll.
Dabei sieht Kahn seinen Ex-Klub aber vor einer riesigen Aufgabe, wie er im Gespräch mit SPORT1 sagt:
“Es ist schon viel mentale Arbeit, die beim Finale in Berlin auf die Mannschaft zukommt.”
Seit zwei Jahren hat Rot nicht mehr gegen Schwarz-Gelb gewonnen, Bayerns Flügelspiel wurde jedes Mal vom BVB in seine Einzelteile zerlegt.
“Irgendwann verlierst du den Glauben”
“Da geht es dem FC Bayern genauso wie jedem anderen Menschen, der gegen einen Gegner, ob es im Fußball ist oder wo auch immer, häufig verloren hat”, beschreibt Kahn die Auswirkungen:
“Irgendwann verlierst du dann den Glauben daran, dass du gewinnen kannst.”
Ist Dortmund heiß genug?
Allerdings erkennt er auch bei Klopps junger Truppe einen Haken:
“Ob die Dortmunder nach den Meisterschaftsfeierlichkeiten immer noch die nötige Spannung haben, wird sich zeigen.”
Sebastian Kehl dürfte diese Vermutung Kahns naturgemäß empört zurückweisen.
Aus der Sicht des Dortmunder Kapitäns kehre in einen “solch geilen Klub” ohnehin keine Routine ein, zudem habe sich das Team seit Klopps Amtsantritt 2008 stets weiterentwickelt.
Nationalspieler in Serienproduktion
Klopp produzierte in Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Marcel Schmelzer, Mario Götze und Sven Bender Nationalspieler beinahe so leicht, wie sich auf Bayerns Festgeldkonto die Zinsen mehrten.
Und die schwarzgelbe Anziehungskraft für Überflieger wie Marco Reus funktioniert gleichfalls bestens.
Fast nebenbei knackten die Dortmunder die 80-Punkte-Schallmauer in der Liga, da tröstet den FC Bayern auch der vermeintliche Titel “bester Vizemeister” nicht.
Kahn sieht Chance für Bayern
Kahn glaubt dennoch, dass die neue Kraft des BVB den Bayern letztlich nützt.
“Die zusätzliche Konkurrenz durch die Dortmunder ist nicht nur für die Bundesliga notwendig, sondern sie wird den FC Bayern in Zukunft noch stärker machen”, erklärt er.
“Wenn wir uns das finanzielle Potenzial anschauen, werden wir schnell feststellen, dass der FC Bayern von allen anderen Bundesliga-Mannschaften meilenweit entfernt ist.”
Trotz Dortmunds aktueller sportlicher und finanzieller Hausse geben die Zahlen Kahn Recht.
200 Millionen Euro als Zielmarke
Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke peilt für den BVB-Umsatz 200 Millionen Euro an, der FCB-Umsatz lag bereits im vergangenen Jahr bei 290,9 Millionen Euro.
Und auch international hat Bayern laut Kahn die Nase gegenüber Dortmund vorn, das in dieser Saison über die Gruppenphase der Champions League nicht hinauskam.
“Bayern steht nach 2010 zum zweiten Mal im Champions-League Finale. Das zeigt, dass der Verein seinem Ziel näher kommt, in Europa eine dominante Rolle einzunehmen.”
Mit den Gedanken schon in München
Dabei könnte sich aber gerade das Endspiel gegen Chelsea für das Gigantentreffen mit dem BVB als Bremse erweisen.
Pal Csernai
01.03.1979 – 16.05.1983
Reinhard Saftig
17.05.1983 – 30.06.1983
Udo Lattek
01.07.1983 – 30.06.1987
Jupp Heynckes
01.07.1987 – 08.10.1991
Sören Lerby
09.10.1991 – 10.03.1992
Erich Ribbeck
11.03.1992 – 27.12.1993
Franz Beckenbauer
28.12.1993 – 30.06.1994
Giovanni Trapattoni
01.07.1994 – 30.06.1995
Otto Rehhagel
01.07.1995 – 27.04.1996
Franz Beckenbauer
29.04.1996 – 30.06.1996
Giovanni Trapattoni
01.07.1996 – 30.06.1998
Ottmar Hitzfeld
01.07.1998 – 30.06.2004
Felix Magath
01.07.2004 – 31.01.2007
Ottmar Hitzfeld
01.02.2007 – 30.06.2008
Jürgen Klinsmann
01.07.2008 – 27.04.2009
Jupp Heynckes
27.04.2009 – 30.06.2009
Louis van Gaal
01.07.2009 – 09.04.2011
Andries Jonker
10.04.2011 – 30.06.2011
Jupp Heynckes
seit 01.07.2011
“Ich weiß, wie sehr die Bayern mit ihren Gedanken schon beim Champions-League-Finale in München sind”, berichtet Kahn.
“Natürlich werden sie auch versuchen, in Berlin alles in die Waagschale zu werfen, um zu verhindern, dass Dortmund zum fünften Mal gewinnt. Aber ich glaube, selbst wenn Dortmund gewinnt, würde der Champions-League-Sieg der Bayern ein paar Tage später alles kompensieren.”
Womöglich schafft Bayern aber sogar den doppelten Triumph, der “Titan” würde es seinem Ex-Klub – eigener Rekord hin oder her – von Herzen gönnen.
Voraussichtliche Aufstellungen:
Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl – Blaszczykowski, Kagawa, Großkreutz – Lewandowski
FC Bayern: Neuer – Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba – Kroos, Schweinsteiger – Robben, Müller, Ribery – Gomez
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Kommentar schreiben
Zuhause im Glück
Weiterempfehlen

Druckansicht
Jetzt Drucken
Das Konzept ist bekannt aus Funk und Fernsehen.
Eine Horde Handwerker rückt in eine renovierungsbedürftige Behausung ein und bringt diese binnen kürzester Zeit auf Vordermann – tränenüberschwemmte Bewohner gibt es als Happy End obendrauf.
Jetzt ist das Berliner Olympiastadion alles andere als renovierungsbedürftig, ehrlich gesagt ist es seit der WM 2006 in historischen Gemäuern sogar sehr schick.
Die Tränen der “Bewohner”, der Fans und Spieler von Hertha BSC, sind angesichts des bevorstehenden sechsten Bundesliga-Abstiegs aber alles andere als Freudentränen.
Umso besser, dass nach der bitteren 1:2-Niederlage der Berliner am Donnerstagabend im Relegations-Hinspiel gegen Fortuna Düsseldorf ein Handwerker-Trupp anrückte, der so noch nicht mal in Fernsehshows aufgetreten ist.
Kurz nach Mitternacht bedeckten noch tonnenweise Glassplitter und Plastikbecher die Jesse-Owens-Allee und die andere Straßen rund um die Arena, in der die Rehhagel-Elf gerade eine Führung aus der Hand gegeben hatte.
Keine zehn Stunden später hatten die fleißigen Heinzelmännchen des DFB gebraucht, um das wohl baldige Zweitliga-Stadion In einem beispiellosen Kraftakt in ein veritables DFB-Pokal-Finalstadion zu verwandeln.
Nichts erinnerte mehr an den Schmerz der Haupstadt vom Abend zu vor.
Schade nur für die Hertha, dass sie im Gegensatz zu den Protagonisten von “Einsatz in 4 Wänden” oder “Zuhause im Glück” nicht dauerhaft in der neu gestalteten Umgebung bleiben dürfen.
Zumindest für drei Tage können die Berliner das Gefühl der großen Fußball-Bühne aber noch mal genießen.
Zum Forum – jetzt mitdiskutieren!
Zurück zur Startseite
Kommentar schreiben





















































































































































































